Weekly #133: KI-Schulpreis, Internetsperre im Iran, Doku über Fahrradstädte

Shownotes

Schulen müssen sich mit dem Thema KI auseinandersetzen – ob sie wollen oder nicht. Um die Technologie konstruktiv einzusetzen, hat die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ den KI-Schulpreis ins Leben gerufen. Die Deutsche Telekom Stiftung und die Dieter Schwarz Stiftung fördern den Wettbewerb. Spannend ist natürlich, welche Schulen ausgezeichnet wurden. Andrea Hoferichter, Redakteurin bei MIT Technology Review, hat sich die Siegerliste angeschaut und berichtet, mit welchen Projekten die Schulen überzeugen konnten.

In unserem zweiten Thema werfen wir einen Blick auf den Iran – allerdings aus einer technologischen Sicht. Seit knapp zwei Wochen ist die iranische Bevölkerung vom Internet abgeschnitten. Schon früher hatte das iranische Regime die Datenverbindungen ins Ausland gekappt. Doch der aktuelle Shutdown ist deutlich radikaler. Gregor Honsel, Redakteur bei MIT Technology Review, ist der Frage nachgegangen, wie genau die Abschaltung funktioniert.

Außerdem im Weekly:

Tipp der Woche: Film auf Youtube „Cycling Cities“ von Ingwar Perowanowitsch. In diesem Zusammenhang der Link zum Interview mit dem "Fahrrad-Professor" Marco te Brömmelstroet: "Das Rad steht für eine nahezu perfekte Sache".

Hinweis: Dieser Podcast wird von einem Sponsor unterstützt. Alle Infos zu unseren Werbepartnern findest du hier.

Transkript anzeigen

Jenny: Hi zusammen. Heute wollen wir über zwei Themen sprechen.

Jenny: Meine Kollegin Andrea Hoferichter wird zunächst ein bisschen was vom KI-Schulpreis

Jenny: erzählen, welche Schulen da ausgezeichnet wurden und mit welchen Ideen.

Jenny: In unserem zweiten.

Jenny: Thema werfen wir dann einen Blick auf den Iran, allerdings aus einer technologischen Sicht.

Jenny: Mein Kollege Gregor Honsel hat recherchiert, wie so ein Internet-Shutdown vonstatten geht.

Jenny: Unseren Medientipp haben wir heute auch dabei und der soll heute ein wenig Lust

Jenny: aufs Fahrradfahren machen.

Jenny: Cycling Cities heißt der Dokumentarfilm von Ingwar Perowanowitsch.

Jenny: Alle relevanten Links zu den Themen dieser Sendung findet

Jenny: ihr dann in

Jenny: den Shownotes zu dieser Folge.

Jenny: Mein Name ist Jenny Lepies.

Jenny: Ich bin Redakteurin

Jenny: für das Magazin MIT Technology Review und einmal pro Woche darf

Jenny: ich diesen radelnden

Jenny: Podcast moderieren. Viel Spaß beim Zuhören. Andrea, du bist ja

Jenny: eigentlich hier unsere

Jenny: Expertin für so Chemie- und Biologiethemen.

Jenny: Aber irgendwie hast du dich auch für so Bildungsthemen herausgemausert.

Andrea: Ja, drei Kinder. Da bleibt es nicht aus.

Jenny: Da bleibt es nicht aus, das stimmt.

Jenny: Ja, wenn wir quasi

Jenny: über Bildung sprechen, oft auch im Zusammenhang mit KI, müssen sich ja auch

Jenny: die Schulen jetzt immer mehr damit auseinandersetzen, dass KI eben auf dem Plan steht.

Jenny: Und um diese Technologien auch konstruktiv einzusetzen, hat die Initiative Deutschland

Jenny: Land der Ideen den KI-Schulpreis ins Leben gerufen. Die Förderungen dafür.

Jenny: Kommen von der Deutschen Telekom Stiftung und der Dieter Schwarz Stiftung.

Jenny: Also du hast dir diesen KI-Preis

Jenny: Angeschaut oder den Wettbewerb.

Jenny: Welche Schule hat denn da den ersten Preis gewonnen?

Andrea: Ja, also es gab zwei Kategorien, in denen der Preis verliehen wurde.

Andrea: Das war zum einen das Gesamtkonzept und die andere Kategorie hieß Teilkonzept.

Andrea: Und Gesamtkonzept, also Schulen, die wirklich schon umfassend auf KI setzen

Andrea: in ganz vielen Bereichen, wurden mit dem Gesamtkonzept ausgezeichnet.

Andrea: Und da war auf dem ersten Platz das Carl-Fuhlrott-Gymnasium aus Wuppertal.

Jenny: Okay, und was haben die gemacht? Woraus besteht denn das gesamte Konzept?

Andrea: Also was ich grundsätzlich schon mal herausstellend fand,

Andrea: dass die das wirklich auch strukturell verankert haben in ihrem Schulentwicklungsprogramm,

Andrea: dass die auch Team-Teaching-Kapazitäten dafür freigestellt haben und auch entsprechend

Andrea: Stellen dafür geschaffen haben.

Andrea: Die haben auch von den Lehrkräften selbst entwickelte Lerncoaches auf KI-Basis

Andrea: und auch die Schülerinnen und Schüler entwickeln an dieser Schule offenbar eigene

Andrea: KI-gestützte Programme oder Chatbots.

Andrea: Und das zeichnet, glaube ich, diese Schule wirklich aus, dass auf verschiedensten

Andrea: Ebenen eben mit diesen neuen Technologien gearbeitet wird.

Andrea: Und sie arbeiten auch mit der TU Dortmund zusammen, was die Leseförderung betrifft.

Jenny: Also ich wollte jetzt gerade fragen, Sie werden das ja wahrscheinlich nicht

Jenny: alleine durchgesetzt haben oder so, sondern brauchst du ja wahrscheinlich noch

Jenny: IT-Unterstützung, die das implementieren?

Andrea: Ja, also wenn ich das richtig verstanden habe, also meine Kenntnisse fußen da

Andrea: im Wesentlichen aus den Selbstbeschreibungen, die man eben auch auf dieser Homepage

Andrea: von dem KI-Preis auch nachlesen kann.

Andrea: Und da sind viele Interviews auch mit den Lehrkräften aus den bewerbenden Schulen dabei.

Andrea: Und da habe ich schon rausgezogen, dass das schon eine eigene Initiative von der Schule ist.

Andrea: Das sind meistens dann einzelne Lehrkräfte, die dann mit eigenen Projektideen

Andrea: sich auch bei den anderen Lehrkräften mal so vorstellen, was die so machen in

Andrea: ihrem Unterricht. Da gibt es dann auch teilweise so KI-Kaffee trinken oder sowas,

Andrea: also KI-Sprechstunden.

Andrea: Die erstellen auch Kurzvideos, um ihren Kolleginnen und Kollegen da Inspiration zu liefern.

Andrea: Und das ist ganz häufig der Fall auch bei ganz vielen anderen Schulen,

Andrea: über die ich da gelesen habe, dass wirklich so eine kleinere Gruppe meist von

Andrea: Lehrkräften ist, die da sich eh für begeistern und die dann losziehen und was

Andrea: machen und dann andere mitziehen.

Andrea: Und wenn man dann natürlich noch die Schulleitung hat, die sowas unterstützt

Andrea: und dafür auch die Mittel und Kapazitäten bereitstellt, dann kann das halt oftmals

Andrea: ganz gut funktionieren.

Jenny: Ja, wollte ich gerade sagen.

Jenny: Man muss ja eine Basis haben, also wahrscheinlich gut ausgestattet sein,

Jenny: eh mit IT-Infrastruktur.

Andrea: Das ist natürlich die Voraussetzung, dass du die Mittel hast.

Andrea: Ich glaube, an diesem Gymnasium ist ab Klasse 8, hat jedes Kind ein iPad zur

Andrea: Verfügung für solche Anwendungen.

Jenny: Ja, und ich hatte gelesen, dass die Zweitplatzierten oder waren es die Drittplatzierten,

Jenny: da wurde auch eine Grundschule ausgezeichnet und da denke ich immer so ein bisschen,

Jenny: ah, in der Grundschule schon irgendwas mit KI, aber.

Andrea: Ja, also das ist die Neue Grundschule Potsdam. Das ist eine freie Schule,

Andrea: die da den Platz belegt hat und die nutzt es halt schon und als Lernpartner

Andrea: und vor allem, wenn ich es richtig verstanden habe, bei der Leseförderung eben auch.

Andrea: Also weil das Coole ist ja bei dem, dass man eben mit diesem Programm auch Texte

Andrea: einfacher machen kann. Gerade wenn man Schülerinnen und Schüler hat,

Andrea: die Migrationshintergrund haben, kann die KI natürlich helfen,

Andrea: entsprechend aufbereitete Texte zu stellen.

Andrea: Die lesen dann eben vielleicht nicht das Gleiche wie die Kinder,

Andrea: die noch die Sprachlichter einfach schon im Deutschen weiter vorne sind.

Andrea: Auch Kinder, die generell Lese-Schwierigkeiten haben, können natürlich viel

Andrea: besser gefördert werden, wenn die maßgeschneiderte Texte zur Verfügung gestellt

Andrea: bekommen und da kann die KI natürlich total helfen.

Jenny: Und als ich mich so auf den Podcast hier vorbereitet habe, musste ich auch an

Jenny: ein Interview denken, was du vor einiger Zeit mal geführt hast mit der,

Jenny: auch so einer Bildungsexpertin.

Andrea: Rebekah Lazaridis war das, von der Universität Potsdam.

Jenny: Genau, die hat ja nämlich,

Jenny: die hat auch die Lehrer quasi ausgebildet,

Jenny: dass sie für KI offen sind.

Andrea: Also das ist schon, also ich meine, es ist ja einfach von der Konferenz der

Andrea: Bundesbildungsministerien beschlossene Sache,

Andrea: dass KI wirklich in den Schulen Einzug halten soll und die kümmern sich auch

Andrea: darum, dass es Fortbildungszentren gibt und also das ist schon ein festgeschriebenes Ziel,

Andrea: dass das auch Einzug halten soll und die kümmern sich da um die Lehrkräfteausbildung und ich glaube,

Andrea: in der Lehrkräfteausbildung ist es schon mittlerweile verankert,

Andrea: dass die angehenden Lehrkräfte da einfach schon mit groß werden sozusagen und

Andrea: das auch von Anfang an einsetzen.

Andrea: Das Problem ist natürlich, dass man in einer bestehenden Schule einfach einen

Andrea: Querschnitt über alle Altersstufen hat und da natürlich auch Lehrkräfte dabei

Andrea: sind, die sich mit solchen Technologien vielleicht einfach schwer tun oder das

Andrea: vielleicht auch einfach nicht wollen.

Jenny: Ja, genau. Also setzen wir jetzt auf die künftige Generation

Jenny: von Lehrerinnen und Lehrern.

Jenny: Ach, sehr gut. Ja.

Jenny: Wer nochmal die Details nachlesen möchte über die Gewinner des KI-Schulpreises,

Jenny: Andrea hat das alles nochmal aufgeschrieben und das ist im Internet nachlesbar. Vielen Dank erstmal.

Andrea: Sehr gern.

Jenny: Ja, von Deutschland kommen wir

Jenny: jetzt zum Iran, wo ja derzeit Ausnahmezustand herrscht sozusagen.

Jenny: Die aktuelle Nachrichtenlage ist voll mit Berichten über die Proteste gegen

Jenny: die Regierung, auch zahlreiche Todesopfer.

Jenny: Und dabei gibt es ja.

Jenny: Auch unterschiedliche Angaben über die Zahlen der getöteten Angaben von Regierung

Jenny: oder den Medien, lassen sich nicht so leicht überprüfen und da das Internet

Jenny: gesperrt ist, ja, macht das die Sache eben nicht leichter.

Jenny: Aber weil wir jetzt hier so ein Technik-Podcast sind, fokussieren wir uns.

Jenny: Heute auf diesen Umstand eben und Gregor ist der Frage mal nachgegangen,

Jenny: wie das denn genau vor sich geht, wenn eine Regierung den Internetzugang kappt.

Jenny: Was hast du denn da rausgefunden?

Gregor: Ja, also der Iran hat ja erstmal eine sehr große Erfahrung damit in Internet-Shutdowns.

Gregor: Also 2019 gab es einen großen, 2025 gab es einen großen.

Gregor: Also die haben das sozusagen auch perfektioniert.

Gregor: Also die sind gut vorbereitet, was machen sie nicht zum ersten Mal.

Gregor: Und das liegt auch daran, dass das System sehr genau darauf zugeschnitten ist.

Gregor: Also es gibt einen großen Provider, die Telecommunication Infrastructure Company.

Gregor: Das ist so quasi ein staatlicher Provider, der direkt dem Ministerium,

Gregor: dem der Regierung untersteht und über den praktisch alle Verbindungen laufen.

Gregor: und entsprechend einfacher ist natürlich dem zu sagen, blockier mal.

Gregor: Was das Besondere an den Lockdowns im Iran ist, dass sie

Gregor: Jetzt also nicht mehr Blacklisten. Also es gibt natürlich, gab und gab immer

Gregor: schon viele Versuche, das Internet zu blockieren.

Gregor: Zum Beispiel Venezuela, Myanmar, Hongkong, Tansania, Uganda kommt halt immer wieder vor.

Gregor: Aber meistens sind das dann Fälle vom Blacklisting. Das heißt,

Gregor: die Regierung sperrt bestimmte Zieladressen.

Jenny: Also irgendwelche Social-Media-Plattformen wahrscheinlich.

Gregor: Ja, Social-Media-Plattformen, Wikipedia, alles, was Reichweite verspricht, wird blockiert.

Gregor: Beim Iran ist es offenbar anders. Also die Blacklisten erstmal alles und Whitelisten

Gregor: nur haben also eine Positivliste von Sachen, die sie durchlassen.

Jenny: Mhm, okay.

Gregor: Genau. Und das Mittel dazu ist das sogenannte Border-Gateway-Protokoll.

Gregor: Das ist so ein Protokoll auf der obersten Hierarchie-Ebene des Internets,

Gregor: das halt den Austausch von Routing-Informationen zwischen verschiedenen autonomen Netzen regelt.

Gregor: Das heißt, auf die Art und Weise kannst du halt sehr einfach komplette Länder

Gregor: oder Regionen offline nehmen, indem einfach auf staatliche Anweisungen her der

Gregor: Provider falsche Informationen über dieses Protokoll verbreitet.

Gregor: Und dann sind sie halt nicht mehr zugänglich. Das hat auch zur Folge,

Gregor: dass wenn du überhaupt keinen Internetzugang mehr hast, so die üblichen Sachen wie

Gregor: VPNs, also Virtual Private Networks oder auch Tor-Browser oder alle Tricks,

Gregor: die dir halt ermöglichen, irgendwie an diesem Block-System dran vorbeizukommen

Gregor: oder deine Identität verschleiern oder deinen Standort verschleiern,

Gregor: dass die dann nicht mehr funktionieren.

Gregor: Weil kein Internet ist einfach kein Internet.

Jenny: Ja, keine Infrastruktur sozusagen.

Gregor: Wenn ich keinen Netzzugang habe, nutze ich auch der beste Tor-Browser nichts.

Jenny: Genau.

Gregor: Und das ist in seiner Radikalität halt neu und obwohl sie eigentlich jetzt eigentlich

Gregor: genug Routine drin haben sollten, das Internet zu blockieren,

Gregor: ist es auch für den Iran eine neue Dimension, weil offenbar sind sie jetzt ein

Gregor: bisschen über das Ziel hinausgeschossen.

Gregor: Also ein Experte interpretiert es als reine Panik, weil sie echt alles offline

Gregor: genommen haben, was auch dazu führte, dass angeblich auch das ähm

Gregor: Innenministerium, das Außenministerium selber keinen Internetzugang mehr hatten

Gregor: und dass Geldautomaten nicht mehr funktionieren, dass Tankstellen,

Gregor: Zapfsäulen nicht mehr funktionieren, dass also quasi alles, was auf irgendeinen

Gregor: Onlinezugang angewiesen ist, zusammengebrochen ist.

Gregor: Und das ist natürlich bemerkenswert, weil eigentlich sollte man meinen,

Gregor: die wissen es jetzt, wie es geht, aber das war offenbar so eine Art Panikattacke,

Gregor: dass sie übers Ziel hinausgeschossen werden und so langsam tauchen immer Dienste

Gregor: auf, die wieder online sind.

Jenny: Ah, okay.

Gregor: Aber...

Gregor: Das ist wirklich nur sehr selektiv. Also im Grunde ist das jetzt seit zwölf

Gregor: Tagen, jetzt wo wir hier sprechen, einfach trinkt kaum was nach außen.

Jenny: Ja, genau. Wie sieht es denn so mit Satelliteninternet aus?

Jenny: Also das müsste doch funktionieren oder nicht?

Gregor: Im Prinzip ja. Wenn ich nicht über das Netz gehen kann, gehe ich halt über das All.

Gregor: Da gibt es aber zwei Probleme. Also konkret über Starlink.

Gregor: Elon Musk hat angeblich auch Starlink kostenlos gemacht im Iran.

Gregor: Das sind alles so. Also ihr müsst euch jetzt hinter jedem meiner Sätze einen

Gregor: angeblich oder nach unserem Wissen oder irgendwas Relativierendes dazu denken,

Gregor: weil die Informationslage ist da natürlich ein bisschen wackelig.

Gregor: Also ist halt alles sehr schwer zu verifizieren. Also angeblich hat Elon Musk

Gregor: das Starlink kostenlos zur Verfügung gemacht.

Gregor: Das Problem ist aber erstens, dass es verboten ist im Iran. Das heißt,

Gregor: alle Hardware muss illegal reingeschmuggelt werden und die Antennen müssen versteckt werden.

Gregor: Also das ist ja auch mit einem enormen persönlichen Risiko verbunden,

Gregor: so eine Starlink-Antenne zu betreiben.

Gregor: Und zweitens gibt es da offenbar auch angeblich, nach dem was man hört,

Gregor: nach dem was man weiß, auch Störungen des Funksignals.

Gregor: Also offenbar richtig mit Militärtechnik, ähnlich wie beim GPS,

Gregor: das Jamming und Spoofing können natürlich auch Satellitensignale überlagert

Gregor: werden, indem man einfach einen großen Störsender da irgendwo in die Nähe stellt.

Gregor: Das geht also auch nicht.

Jenny: Also wirklich abgeschirmt tatsächlich.

Gregor: Aber das ging noch einigermaßen.

Gregor: Also was nach außen gedrungen ist, also diese entsetzlichen Bilder von den ganzen

Gregor: Leichensäcken und so weiter, das ist wohl tatsächlich vor allem über Starlink nach außen gedrungen.

Jenny: Okay, also.

Gregor: Also es gibt auch Angriffe auf Starlink, aber das ist halt nicht so komplett...

Gregor: Oder nicht so einfach zu blockieren wie das kabelgebundene Internet.

Jenny: Vielleicht kann ich da nochmal kurz einwerfen, dass ich jetzt kürzlich ein Interview

Jenny: geführt habe mit einer Initiaturin,

Jenny: Die in Amsterdam den Internet Resiliency Club gegründet hat.

Jenny: Vor etwa einem Jahr oder so. und mit ihr habe ich auch nämlich kurz über den

Jenny: Iran gesprochen und sie hat, das ist quasi wie so ein Verein,

Jenny: stelle ich mir das im Prinzip vor, die sich immer mal wieder treffen von so Freiwilligen und

Jenny: dann so Equipment

Jenny: testen, um halt im Falle, dass das Internet und der Strom weg sind,

Jenny: dass du eine Infrastruktur aufbauen kannst durch so LoRa,

Jenny: also Long Range Funksignale quasi und da brauchst du eben auch Freiwillige,

Jenny: die sich so Antennen eben auf Häuserdächer machen oder so, so dass du dann über

Jenny: zum Beispiel ein Stadtgebiet Nachrichten schicken kannst.

Jenny: Also nicht mehr, nicht Internet herstellen im Sinne von, ich gucke jetzt was

Jenny: bei Netflix, sondern also einfach um rudimentäre Notfallkommunikation wieder instand zu setzen.

Jenny: Und das war tatsächlich auch ganz interessant,

Jenny: was sie da erzählt hat. Und sie meinte auch, ja klar, wenn du Leute hast,

Jenny: die sich trauen, die Antennen da bei sich irgendwo aufzustellen oder wo auch

Jenny: immer die Empfangsmöglichkeiten gut sind,

Jenny: dann könnte das auch was sein natürlich.

Jenny: Also das fand ich auch ganz interessant.

Gregor: Nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert es auch mit Bluetooth.

Gregor: Dann halt nicht mit Long-Range, sondern halt eher Short-Range.

Gregor: Aber auch über Bluetooth lässt sich so ein Ad-Hoc-Netzwerk knüpfen.

Gregor: Da gibt es auch verschiedene Apps und das ist auch in verschiedenen Ländern

Gregor: schon zum Einsatz gekommen.

Gregor: Zum Beispiel in Myanmar, in Hongkong, in Iran selber auch. Es gibt Beispiele,

Gregor: wo das auch funktioniert hat. Die nenne ich auch im Text.

Gregor: Aber das hat natürlich einen begrenzten Einfluss. Also man kann auf einer Demo,

Gregor: wo viele Leute eng zusammen sind, kann man natürlich dadurch Nachrichten verbreiten

Gregor: über so ein Bluetooth-Netzwerk.

Gregor: Viel mehr aber eben auch nicht.

Jenny: Ja, du bräuchst halt ein viel dichteres Netz,

Jenny: weil die Reichweite eben nicht so groß ist.

Gregor: Du kannst natürlich trotzdem nicht auf das normale Internet zugreifen,

Gregor: sondern man kann sich immerhin als Menschenmengel schon mal verknüpfen. Das ist ja nicht wenig.

Gregor: Das zweite Problem ist natürlich, dass du vorher die entsprechende App installiert

Gregor: haben musst. Also man sollte sie halt vorher installieren, solange du noch Internet hast.

Jenny: Ja, richtig.

Gregor: Und wenn man erst dann draufkommt, dann hat es auch nichts. Also du brauchst

Gregor: auch eine kritische Masse an Menschen, die halt diese Bluetooth-App schon haben.

Jenny: Jetzt zuletzt noch die Frage, in Deutschland ist

Jenny: sowas aber nicht möglich wie im Iran,

Jenny: also weil, nehme ich mal an.

Gregor: Theoretisch ja, aber halt mit enormem technischen Aufwand. Also lassen wir die

Gregor: rechtliche Frage mal außen vor.

Gregor: Was natürlich wieder eine ganz andere Frage ist. Also es wird hier rechtlich

Gregor: auf absehbare Zeit, so hoffe ich mal, nicht möglich sein, einfach das Internet abzustellen.

Gregor: Aber es gibt eine viel größere Landschaft und Vielfalt an Provider bis hin zu

Gregor: kleinen Campusnetzen, die kein Mensch übersehen kann und die man auch nicht

Gregor: alle kontrollieren kann.

Gregor: Also auch rein technisch gibt es sozusagen keinen Flaschenhals,

Gregor: keinen Single Point of Failure, wo man einfach mal durchregieren kann.

Jenny: Du hast das Ganze auch nochmal aufgeschrieben und das ist auch nochmal nachlesbar,

Jenny: wie immer in den Shownotes findet ihr den Link. Danke erstmal.

Jenny: Ich habe jetzt zum Ausstieg auch noch einen Medientipp für euch.

Jenny: Ich habe nämlich den Dokumentarfilm Cycling Cities angeschaut und den könnt

Jenny: ihr auch auf YouTube angucken.

Jenny: Da hat der Filmemacher und Aktivist,

Jenny: Schrägstrich Journalist, Ingwar Perowanowitsch, der hat ihn produziert und ich

Jenny: dachte zunächst, ich gucke mir das mal an, das ist sicher eine schöne Reisedoku

Jenny: mit schönen Bildern und so, wo man überall gut mit dem Rad hinkommt.

Jenny: Und ist es auch im Prinzip.

Jenny: Aber der Ingwer hat da noch einen anderen Auftrag.

Jenny: Sein Herzensthema ist natürlich die Verkehrswende und Mobilität Neudenken.

Jenny: Also weg vom Auto.

Jenny: Und er hat dazu eben auch Vorträge gehalten,

Jenny: war in Podcasts und sowas. Aber er hat gemerkt, okay, er muss irgendwas machen

Jenny: oder vorführen und hat sich dann eben diesen Film ausgedacht sozusagen und ist

Jenny: dann mit dem Fahrrad

Jenny: los, um halt fahrradfreundliche Städte in Europa zu besuchen.

Jenny: und er fährt dann von Freiburg los und zuerst fährt er nach Paris,

Jenny: das ja in den vergangenen Jahren auch den Autoverkehr massiv reduziert hat.

Jenny: Und dort spricht er dann auch tatsächlich sehr lang, glaube ich,

Jenny: bestimmt eine Viertelstunde oder so mit Florent Giry, der ist der stellvertretende

Jenny: Bürgermeister für das Zentrum in Paris

Jenny: und der vertritt

Jenny: halt die Politik von Anne Hidalgo

Jenny: und eben Paris zu einer grüneren und lebenswerteren Stadt zu machen.

Jenny: Und in dem Gespräch, also der kommt auch, also der redet sehr,

Jenny: sehr viel, aber ich finde, man hätte da vielleicht nochmal die ein oder andere

Jenny: kritische Nachfrage stellen können,

Jenny: weil sie ja viele Straßen einfach,

Jenny: da haben sie die Parkplätze entfernt. Und also ich stelle mir nur vor,

Jenny: wenn hier in Deutschland, wenn du irgendeine Straße zumachst und sagst,

Jenny: hier park kein Auto mehr,

Jenny: da hättest du auf jeden Fall die

Jenny: Bürger auf dem Dach.

Jenny: Sozusagen sprichwörtlich. Und das kommt da nicht so richtig zur Sprache,

Jenny: ob es in Paris auch so krasse Aufstände gab, dagegen eben.

Jenny: Genau, also der Paris-Teil ist sehr groß in der Doku und dann fährt er eben weiter in,

Jenny: wie ich jetzt fand,

Jenny: nicht ganz so überraschende Städte. Er fährt nämlich in die Niederlande und

Jenny: er ist nach Gent, nach Belgien und dann nach Amsterdam und dann nach Utrecht.

Jenny: Und in Amsterdam, da habe ich mich gerade

Jenny: erinnert, da hat er auch mit dem Fahrradprofessor, dann habe ich diesen...

Andrea: Ja, um den Kommander wahrscheinlich drum herum.

Jenny: Marco te Brommelstroet heißt er.

Jenny: Glaube ich.

Jenny: Brommelstroet. Brommelstroet, ja genau.

Gregor: Auch schon mal mehr.

Jenny: Ja, ja, genau. Da hatte er das Interview mit ihm.

Andrea: Genau.

Jenny: Und da hat er im Prinzip nochmal,

Jenny: so das wiederholt, was er dir auch erzählt hat.

Jenny: Also er ist da nicht abgerückt.

Jenny: Sondern hat halt gesagt, dass auch das Fahrrad nicht die...

Jenny: Ultima Ratio ist sozusagen.

Jenny: Sondern du eben auch öffentlichen Raum anders denken musst.

Jenny: Und fand ich, kam.

Jenny: Auch sehr gut rüber und schön fand ich auch, in diesem Abschnitt über Amsterdam

Jenny: gab es dann auch so einen Einspieler von so einem historischen Beitrag von 1972,

Jenny: als in Amsterdam quasi so ein krasser Umbruch geschah, dass sie umgestellt haben

Jenny: auf diesen mehr Fahrradverkehr und da haben sie eben gezeigt,

Jenny: wie das anfing, dass sie mit so Kinderdemonstrationen und so durch die Straßen

Jenny: gezogen sind und das fand ich, also ich habe so ein bisschen Gänsehaut bekommen, ehrlich gesagt.

Andrea: Also es ist ja auch von dem Brommelstroet, der ist ja auch drauf gekommen,

Andrea: weil irgendwie ein Freund von ihm vom Auto überfahren wurde.

Andrea: Also wenn man sich die Statistiken, ich habe es jetzt nicht parat,

Andrea: aber es ist doch ein großer Anteil.

Andrea: Also es sterben einfach sehr viele Menschen durch Autos oder Autofahrende,

Andrea: wie der Professor sagen würde.

Andrea: Nicht durch das Gerät, das sie fahren, sondern verantwortlich ist ja jemand anders.

Andrea: Aber ja, es gibt einfach viel Leid dadurch. Und es wäre halt schon schön,

Andrea: wenn Kinder einfach ohne ein Risiko einzugehen einfach spielen könnten auf vielen

Andrea: Straßen oder in vielen Gebieten.

Andrea: Das ist glaube ich sein Hauptanliegen oder sein Ausgangspunkt.

Jenny: Ja, genau.

Jenny: Es war dann auch die Sprache von einem Mädchen, den Namen habe ich jetzt auch

Jenny: nicht mehr parat, aber die

Jenny: halt dann in den

Jenny: 70er Jahren da auf der Straße gestorben ist. Und genau, das brach halt so eine

Jenny: Welle los an Protesten einfach und einfach beeindruckende Bilder.

Jenny: Und dann ist er eben noch nach Hamburg weitergefahren und schließlich nach Kopenhagen.

Jenny: Was ich jetzt auch nicht überraschend fand, aber sah

Jenny: halt alles wirklich

Jenny: schön aus auf jeden Fall.

Jenny: Ich hätte mir irgendwie noch gedacht,

Jenny: vielleicht hätte man, gut,

Jenny: Münster ist jetzt vielleicht auch.

Jenny: Nicht so die

Jenny: überraschendste Fahrradstadt.

Jenny: Aber irgendwie nochmal so einen kleinen Ort, der das in Deutschland vielleicht gut macht.

Gregor: Wetteringen.

Jenny: Wetteringen, okay. Wo ist das?

Andrea: Wetteringen.

Jenny: Ah, siehst du, ja.

Jenny: Wo sonst ist das so,

Jenny: Okay. Ja, also genau, vielleicht irgendwie sowas hätte mal Gregor fragen sollen.

Jenny: Ja, genau. Ja, aber insgesamt ist das eben doch ein sehr sehenswerter Film und hat

Jenny: auch bei mir so ein bisschen

Jenny: Lust gemacht, nochmal so eine große Fahrradtour zu machen. Damit sind wir auch

Jenny: schon am Ende dieser Folge. Wir hören uns in der nächsten Woche wieder.

Jenny: Bis dahin, macht es gut.

Gregor: Bis dann.

Andrea: Tschüss.

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