Weekly #147: Psychedelika, Multitasking, Podcast über Geisterschiff

Shownotes

Die Forschung zu Psychedelika für Therapien bei psychologischen Erkrankungen ist in vollem Gange. Wie Drogen wie LSD oder Psilocybin Betroffenen bei Depressionen und Angststörungen helfen können, wird immer wieder in Einzelfällen und kleinen Studien überprüft. Jetzt gibt es aber eine neue Studie, die erstmals untersucht, welche Effekte die Wirkstoffe auf unser Gehirn genau haben.(€) Die Forscher der McGill University in Montréal haben sich auf fünf Substanzen fokussiert: LSD, Psilocybin, Mescalin, DMT und Ayahuasca. Andrea Hoferichter, Redakteurin bei MIT Technology Review, erklärt, was die Forscher:innen herausgefunden haben.

Ergänzende Links:

Es ist schon länger bekannt, dass wir nach intensivem Üben gut darin sind, Aufgaben so schnell hintereinander abzuarbeiten, dass es wie gleichzeitig wirkt. In der Psychologie gilt das als Multitasking. Eine neue Studie hat nun untersucht, wann das ausgeklügelte Vorgehen unseres Gehirns zusammenbricht (€). Der Psychologe Torsten Schubert von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hat dazu mit zwei Kollegen eine Untersuchung durchgeführt. Jenny Lepies, Redakteurin bei MIT Technology Review, berichtet von ihrem Gespräch mit dem Forscher.

Unser Medien-Tipp im Weekly-Podcast:

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Transkript anzeigen

Jenny Lepis: Hi zusammen. Wir melden uns mit einer gehirnlastigen neuen Folge zurück.

Jenny Lepis: Zunächst geht es um eine neue Studie zu Psychedelika.

Jenny Lepis: Meine Kollegin Andrea Hoferichter wird berichten, welche Wirkungen die verschiedenen

Jenny Lepis: Substanzen auf unser Gehirn haben.

Jenny Lepis: Im zweiten Thema widmen wir uns dem Multitasking und wie unser Gehirn verschiedene

Jenny Lepis: Dinge gleichzeitig erledigen kann.

Jenny Lepis: Und da werde ich von einem Interview berichten, das ich mit einem Psychologen geführt habe.

Jenny Lepis: In seiner Studie ging es nämlich vor allem darum, was Multitasking durcheinander

Jenny Lepis: bringt, also wo unser Gehirn an seine Grenzen stößt.

Jenny Lepis: Alle relevanten Links zu den Themen der Sendung findet ihr dann in den Shownotes.

Jenny Lepis: Mein Name ist Jenny Lepis. Ich bin Redakteurin für das Magazin MIT Technology Review.

Jenny Lepis: Und einmal pro Woche darf ich diesen

Jenny Lepis: Multitasking-kompatiblen Podcast moderieren. Viel Spaß beim Zuhören.

Jenny Lepis: Die Forschung zu Psychedelika für Therapien bei psychologischen Erkrankungen

Jenny Lepis: ist in vollem Gange und wie Drogen wie LSD oder Psilocybin Betroffenen bei Depressionen

Jenny Lepis: oder Angststörungen helfen können,

Jenny Lepis: wird immer wieder in Einzelstudien und auch in kleineren Studien überprüft.

Jenny Lepis: Unsere Autorin Susanne Donner, die hatte vor drei Jahren mal einen größeren Text dazu geschrieben.

Jenny Lepis: Jetzt gibt es aber noch eine neue Studie, eine weitere Studie,

Jenny Lepis: die erstmals untersucht, welche Effekte die Wirkstoffe auf unser Gehirn genau haben.

Jenny Lepis: Und die Forscher der McGill University in Montreal haben sich da fünf Substanzen

Jenny Lepis: genauer angeschaut, nämlich LSD, Psilocybin, also das Magic Mushroom nennt man

Jenny Lepis: das und man sprach nicht auch,

Jenny Lepis: Mescalin, DMT und Ayahuasca.

Jenny Lepis: Das ist so ein Pflanzensud aus Südamerika.

Andrea Hoferichter: Wobei man sagen muss, dass DMT auch in Ayahuasca enthalten ist.

Jenny Lepis: Ach so, okay, das ist ein bisschen vermischt. Dazu hat dann unsere Autorin Veronika St.

Jenny Lepis: Petri Kessler einen längeren Text geschrieben.

Jenny Lepis: Aber du, Andrea, hast dich da auch nochmal näher mit beschäftigt und hast das Thema ja auch entdeckt.

Jenny Lepis: Man kann es da ein bisschen mehr zu erzählen. Warum ist denn diese Studie jetzt so was Besonderes?

Andrea Hoferichter: Ja, so wie du schon angedeutet hast, gab es in der Vergangenheit viele kleinere

Andrea Hoferichter: Studien zu teilweise mit spektakulären Therapieerfolgen.

Andrea Hoferichter: Und jetzt auch in den letzten Jahren gab es auch immer mehr.

Andrea Hoferichter: Also es festigt sich schon auch das Bild, dass diese Substanzen tatsächlich helfen können.

Andrea Hoferichter: Aber wie gesagt, es sind immer eher kleinere

Andrea Hoferichter: Studien, die zum Teil auch zu widersprüchlichen Ergebnissen kommen.

Andrea Hoferichter: Und das ist jetzt eigentlich der erste größere Ansatz, eine Metastudie sozusagen.

Andrea Hoferichter: Da haben die sich also elf Studien genommen.

Andrea Hoferichter: Darin sind 500 Gehirnuntersuchungen enthalten von 267 Patienten.

Andrea Hoferichter: Und genau die Psychedelika hat es schon genannt, zu denen diese Studien gemacht worden sind.

Andrea Hoferichter: Und ja mal das statistisch auch ein bisschen ausgewertet und haben auch mit

Andrea Hoferichter: einer Modellierung geguckt, Und welche Effekte finden sich und wie gesichert sind die Erkenntnisse?

Andrea Hoferichter: Und da hat man, sie haben also jetzt gar nicht so sehr, wie man jetzt vielleicht

Andrea Hoferichter: denken würde, für jedes Einzelne herausgefunden, was das jetzt kann oder ob

Andrea Hoferichter: das eine besser ist als das andere, das nicht, sondern sie haben halt...

Andrea Hoferichter: Vor allem einen Effekt gefunden, der eigentlich für alle gleich ist,

Andrea Hoferichter: nämlich anders als bisher, angenommen, dass Drogen da so ein Chaos verursachen

Andrea Hoferichter: im Gehirn und sich das Gehirn neu sortiert oder ähnliche Ansätze haben sich

Andrea Hoferichter: herausgefunden, dass die Kommunikation zwischen einzelnen Gehirnbereichen einfach besser wird.

Andrea Hoferichter: Also da geht es vor allem um so ein übergeordnetes so ein übergeordnetes Gehirnnetzwerk

Andrea Hoferichter: von Nervenzellen, das dafür verantwortlich für so abstraktes Denken verantwortlich ist.

Andrea Hoferichter: Und das kommuniziert halt verstärkt mit Netzwerken im Gehirn zur Sinneswahrnehmung,

Andrea Hoferichter: also für Sehen, Fühlen und so weiter.

Andrea Hoferichter: Würde auch manche Erlebnisse erklären.

Andrea Hoferichter: Also wenn so Geräusche dann zu Emotionen werden, also dass sich das Innere und

Andrea Hoferichter: Äußere so ein bisschen auflöst, was oft beschrieben wird, könnte das ganz gut erklären.

Jenny Lepis: Also es kommunizieren Areale zusammen, die sonst nicht so kommunizieren.

Jenny Lepis: Und wie sind die Forscher denn bei der Untersuchung vorgegangen?

Jenny Lepis: Also du hast schon gesagt, sie haben eine Metastudie und in den Studien waren

Jenny Lepis: aber immer diese MIT-Skins.

Andrea Hoferichter: Genau, sie haben halt, es basiert auf MRT-Scans, genau, also funktionelle Magnetresonanz-Tomografie,

Andrea Hoferichter: die auch immer die Aktivität im Gehirn so beleuchten.

Andrea Hoferichter: Man kennt das, hat man bestimmt in anderen Schulen schon mal gesehen,

Andrea Hoferichter: dann leuchten da so bestimmte Gehirnareale aus und das haben die also statistisch

Andrea Hoferichter: ausgewertet mit einer bestimmten Art der Modellierung auch, die auch sagen kann,

Andrea Hoferichter: wie hoch, also wie sicher ist das eigentlich, was man da findet.

Andrea Hoferichter: Und das ist erstmals so gemacht worden, ist in Nature Medicine veröffentlicht worden.

Andrea Hoferichter: Und ja, das ist eigentlich das Neue daran, dass es eben wirklich mal umfassend

Andrea Hoferichter: ausgewertet worden ist und wie ich schon sagte,

Andrea Hoferichter: also die Autoren betonen auch, dass es jetzt nicht quasi belegt,

Andrea Hoferichter: welche Droge jetzt am besten gegen Depressionen hilft oder so,

Andrea Hoferichter: sondern erstmalig zeigt,

Andrea Hoferichter: was im Gehirn auf biologischer Ebene grob passiert.

Andrea Hoferichter: Also das kann man auch noch weiter erforschen, das wollen die auch,

Andrea Hoferichter: aber genau, es ist so eine erste Grundlage dafür.

Jenny Lepis: Also du hast schon gesagt, keine praktischen Erkenntnisse in erster Instanz,

Jenny Lepis: aber wo kann die Reise da noch hingehen, also forschungsmäßig?

Andrea Hoferichter: Also auf jeden Fall kann man mit solchen Ergebnissen besser beurteilen,

Andrea Hoferichter: wie dann tatsächlich die Wirkung von diesen Drogen besser erforschen und auch besser einschätzen.

Andrea Hoferichter: Weil das Ziel wäre natürlich, dass man irgendwann die Drogen so einsetzen kann,

Andrea Hoferichter: dass man die Nebenwirkungen, die ja durchaus haben können,

Andrea Hoferichter: also die können ja offenbar auch abhängig vom Mindset des Benutzenden auch wirklich

Andrea Hoferichter: zu Angst oder Panik oder sowas führen,

Andrea Hoferichter: dass man dann entsprechend Substanzen kreieren kann, die diese Effekte eben nicht haben.

Andrea Hoferichter: Und damit man sowas überhaupt herausfinden kann, muss man natürlich ungefähr

Andrea Hoferichter: verstehen können, wie diese Substanz überhaupt auf biologischer Ebene wirkt.

Jenny Lepis: Ja, das wäre schön nochmal eine Alternative zu der herkömmlichen Medikation

Jenny Lepis: zu haben. Da gibt es ja wahrscheinlich auch...

Jenny Lepis: Nebenwirkungen und Abhängigkeiten oder so.

Andrea Hoferichter: Ja, ja, klar. Also das ist, ich meine, die haben viele Vorteile,

Andrea Hoferichter: auch dass sie oft schneller wirken eben als gängige Medikamente und oft bei

Andrea Hoferichter: Personen wirken, bei denen bisher nichts geholfen hat.

Andrea Hoferichter: Das ist ja aus diesen kleineren Studien auch hervorgegangen.

Andrea Hoferichter: Und insofern ist es auf jeden Fall genau richtig, da auf diesem Weg weiterzugehen.

Andrea Hoferichter: Aber wie gesagt, das Verständnis ist eben noch ein bisschen rudimentär,

Andrea Hoferichter: was da wirklich passiert.

Andrea Hoferichter: Und da ist es jetzt ein Schritt in eine neue Art, diese Dinge nochmal ein bisschen

Andrea Hoferichter: umfassender zu prüfen, wie die Wirkungen dann wirklich sind.

Jenny Lepis: Ja, spannender Ansatz auf jeden Fall. Vielleicht machen wir da auch nochmal

Jenny Lepis: eine größere Geschichte zu.

Andrea Hoferichter: Ich habe auch gefunden, dass einer der Hauptautoren auf YouTube aktiv ist.

Andrea Hoferichter: The Psychedelic Scientist heißt er dort.

Andrea Hoferichter: Und vielleicht verrät er da auch noch ein bisschen mehr. Ich habe davor nur

Andrea Hoferichter: mal kurz reingeguckt. Der hat ja ganz viele Videos.

Andrea Hoferichter: Wen das interessiert, kann da gerne mal reingucken.

Jenny Lepis: Ja, das kann ich ja auch noch in unsere Shownotes nehmen.

Jenny Lepis: Mir fiel bei der Vorbereitung auch noch ein Buch ein von T.C.

Jenny Lepis: Boyle, der hatte das auch erörtert, quasi wie das ganze so Rusken mit der Psychedelika-Erforschung

Jenny Lepis: in den 60er Jahren oder so.

Andrea Hoferichter: Also Erforschung da, also ich meine LSD ist ja 1943 und es gab ja schon mal

Andrea Hoferichter: eine aufstrebende Forschung und die ist dann aber irgendwie zum Ellingen gekommen

Andrea Hoferichter: und jetzt in den letzten Jahren hat es wieder richtig Fahrt aufgenommen.

Jenny Lepis: Ja, wir verfolgen das auf jeden Fall weiter. Vielen Dank erstmal für den Einblick.

Jenny Lepis: Jetzt kommen wir zu Gehirnfutter Teil 2, würde ich es jetzt mal nennen.

Jenny Lepis: Anfang April hat nämlich unser T3N-Kollege Marvin Fuhrmann eine News geschrieben

Jenny Lepis: und an die musste ich immer mal wieder zurückdenken.

Jenny Lepis: Es ging nämlich um Multitasking und wie unser Gehirn das erledigt quasi.

Jenny Lepis: Es ist eben schon länger bekannt, dass wir nach intensivem Üben und Training

Jenny Lepis: gut darin sind, Aufgaben, also bestimmte Entscheidungsprozesse,

Jenny Lepis: so schnell hintereinander zu schalten, dass es wie gleichzeitig wirkt im Prinzip.

Jenny Lepis: Und eine neue Studie hat jetzt untersucht, wann dieser ausgeklügelte Plan unseres

Jenny Lepis: Gehirns zusammenbricht.

Jenny Lepis: Und dazu habe ich dann mit einem der Autoren der Studie gesprochen,

Jenny Lepis: dem Psychologen Thorsten Schubert von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Jenny Lepis: Und außerdem waren dann auch Roman Liepelt und Thilo Strohbach beteiligt.

Jenny Lepis: Und in der Studie haben sie halt so ein Szenario entwickelt,

Jenny Lepis: dass die Studienteilnehmer unter anderem zum Beispiel mit der rechten Hand die

Jenny Lepis: Position eines kurz eingeblendeten Kreises anzeigen mussten und zeitgleich die

Jenny Lepis: Höhe eines Tons einschätzen mussten.

Jenny Lepis: Also du musstest halt was mit der Hand machen und was hören.

Jenny Lepis: Und das haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann acht bis zwölf Tage geübt,

Jenny Lepis: sodass sie natürlich Routinen entwickelt haben. und dann ging es eben immer schneller.

Jenny Lepis: Und wichtig war eben, dass es eben unterschiedliche Sinnesorgane betrifft,

Jenny Lepis: damit diese Entscheidungsprozesse, so hat er das erklärt, eben sich nicht im Weg stehen.

Jenny Lepis: Also du kannst nicht zwei akustische Tests gleichzeitig machen, logischerweise.

Jenny Lepis: Und der Herr Schubert hat dann noch weiter erklärt, dass die Gehirne der Probanden

Jenny Lepis: durch dieses Training dann schließlich so geschickt waren, Sie haben eben die Zeiten gemessen,

Jenny Lepis: dass sie kaum mehr Unterschiede festgestellt haben,

Jenny Lepis: wenn beide Aufgaben gleichzeitig gemacht wurden oder die Aufgaben so einzeln

Jenny Lepis: hintereinander durchgeführt wurden.

Jenny Lepis: Änderungen gab es dann, dann haben sie eben Modifikationen eingefügt,

Jenny Lepis: zum Beispiel haben sie die Töne oder die Frequenz der Töne geändert oder die

Jenny Lepis: Kreise verändert zu Dreiecken oder sowas gemacht und schon diese eigentlich,

Jenny Lepis: Unscheinbaren Änderungen haben sozusagen diese ganzen Routinen kaputt gemacht

Jenny Lepis: von den Probanden und es zeigten sich eben so große Leistungseinbußen, hat er das genannt,

Jenny Lepis: das sind dann immer eben mehr Fehler oder längere Zeit und haben eben dieses

Jenny Lepis: Multitasking dann wieder durcheinander gebracht.

Jenny Lepis: Und Thorsten Schubert hatte das dann auch so auf die Arbeitswelt übertragen.

Jenny Lepis: Und ich glaube, man kennt das ja auch, wenn irgendwie auf dem Desktop irgendwie

Jenny Lepis: ein Ordner anders ist oder sowas.

Jenny Lepis: Oder bei unseren Redaktionstools, wenn da nach einem Update irgendein Prozess

Jenny Lepis: anders sich entwickelt hat sozusagen, dass es dann einfach länger dauert,

Jenny Lepis: um wieder in diese neue Routine reinzukommen.

Andrea Hoferichter: Ich merke das gerade extrem. Ich weiß allerdings nicht, ob das da wirklich reinpasst.

Andrea Hoferichter: Passt, aber ich lerne gerade Schlagzeug und wenn ich da so einen Rhythmus drin

Andrea Hoferichter: habe und der wird nur ein bisschen verändert, dann habe ich auch wirklich so

Andrea Hoferichter: ein Durcheinandergefühl im

Andrea Hoferichter: Kopf erstmal, bis sich dann die neue Routine eingeschliffen hat sozusagen.

Jenny Lepis: Genau, dieses Routinenbildung ist halt irgendwie Teil dieses Multitaskings einfach

Jenny Lepis: und wenn du dann nebenbei noch angesprochen wirst und neben dem Schlagzeugspiel

Jenny Lepis: noch irgendwie, weiß ich nicht, erzählen musst, wie du den Artikel geschrieben

Jenny Lepis: hast oder so, dann ist eh vorbei, glaube ich.

Jenny Lepis: Genau, und der hat das dann eben in diesen Arbeitsalltag übersetzt.

Jenny Lepis: Und das fand ich auch ganz interessant.

Jenny Lepis: Und ich habe ihn auch noch angesprochen, wie das denn ist, wenn du gerade jetzt,

Jenny Lepis: wie wir eben viel im Computer arbeiten, du kriegst andauernd Slack-Nachrichten

Jenny Lepis: oder Teams-Nachrichten, dann E-Mails und dann wirst du noch irgendwie von der Seite angesprochen.

Jenny Lepis: Und natürlich meinte er auch, okay, wir können uns diesem Multitasking nicht

Jenny Lepis: entziehen. Wir sind dem ausgeliefert in unserer Arbeit einfach.

Jenny Lepis: Und wir müssen dann eben lernen, schnell zu priorisieren.

Jenny Lepis: Ich meinte dann so, ist das nicht irgendwie eine Chance, dass wir besser darin

Jenny Lepis: werden? Und er meinte, ja, so würde ich das jetzt nicht sagen.

Jenny Lepis: Das ist halt eher natürlich einfach eine Belastung auf lange Sicht,

Jenny Lepis: dass du halt schnell erschöpft bist.

Andrea Hoferichter: Also soweit ich auch weiß, ist auch ein ganz großes Problem.

Andrea Hoferichter: Du kannst ja priorisieren, aber sobald du zwischen Aufgaben wechselst und du

Andrea Hoferichter: musst dann wechseln, wenn von dir eigentlich Multitasking gefordert wird,

Andrea Hoferichter: wobei das ja nicht leistbar ist.

Andrea Hoferichter: Also du wechselst halt zwischen den und du brauchst immer eine bestimmte Zeit,

Andrea Hoferichter: um nicht in neun, ich glaube, ich habe neulich gelesen, durchschnittlich 20 Minuten,

Andrea Hoferichter: dass du wirklich wieder auf dem Level bist und dann kann man sich ja mal ausmalen,

Andrea Hoferichter: was so an Schaffenskraft verloren geht, dadurch allein, dass man ständig

Andrea Hoferichter: abgelenkt wird oder da eben hier nochmal reinguckt oder da nochmal.

Jenny Lepis: Genau, ja. Also er meinte noch, dass du halt dieses Hin- und Herschalten eben

Jenny Lepis: auch hast, also du machst irgendwie, schreibst einen Text, dann kommt eine E-Mail

Jenny Lepis: rein, du siehst es aus dem Augenwinkel und entscheidest dann kurz,

Jenny Lepis: beantworte ich die jetzt schnell?

Jenny Lepis: Also du verhängst noch so ein bisschen in der alten Aufgabe,

Jenny Lepis: kannst die neue kurz machen und dann kannst du wieder rein sozusagen,

Jenny Lepis: weil ich glaube, es ist wie du sagst, je nachdem wie lange du an dieser E-Mail

Jenny Lepis: hängst, ist er dann auch wieder.

Andrea Hoferichter: Das bleibt vielleicht nicht immer nur so auf Arbeitsspeicherebene.

Jenny Lepis: Genau, irgendwann ist man dann auch wieder raus. Genau, und ich habe ihn dann

Jenny Lepis: auch nochmal gefragt, ob dieser Begriff des Multitasking dann überhaupt noch,

Jenny Lepis: also überhaupt sinnvoll ist, wenn das Gehirn ja eigentlich gar nicht gleichzeitig

Jenny Lepis: arbeitet. Und er meinte, naja, also…

Jenny Lepis: Im psychologischen Sinne fassen sie das schon darunter, auch wenn es nacheinander

Jenny Lepis: eng, nacheinander getaktet ist,

Jenny Lepis: dass sie das schon noch so bezeichnen, Multitasking, eben dieses Hin- und Herschalten,

Jenny Lepis: wie wir eben gesagt haben und auch dieses nacheinander stattfindende Entscheidungsprozesse.

Jenny Lepis: Also da würde er jetzt nicht davon abgehen und sagen, okay, Multitasking gibt es nicht mehr oder so.

Jenny Lepis: Ich habe dann so vorgeschlagen, so vermeintliches Multitasking,

Jenny Lepis: aber er meinte, nee, in der Psychologie ist das schon so abgedeckt.

Jenny Lepis: Genau. Ja, ich fand diese Einblicke total spannend und musste auch immer wieder

Jenny Lepis: mal dran denken, wenn ich irgendwie zu Hause bin und meine Kinder was von mir

Jenny Lepis: wollen und ich nebenbei aber irgendwie das Essen,

Jenny Lepis: weiß nicht, die Nudeln abschütte oder keine Ahnung was und fand das so ganz

Jenny Lepis: spannend und ja, ihr müsst jetzt vielleicht auch immer dran denken.

Jenny Lepis: Unser Medientipp, zu dem kommen

Jenny Lepis: wir jetzt auch, der hat jetzt leider gar nichts mehr mit Gehirn zu tun.

Jenny Lepis: Wir haben uns vorhin noch überlegt, ob wir noch einen tollen Tipp zu Gehirnbüchern

Jenny Lepis: oder irgendwelchen Serien haben, aber im Moment war da leider gar nichts.

Jenny Lepis: Deswegen hatte ich jetzt in den vergangenen Tagen in einen Podcast reingehört,

Jenny Lepis: den uns ein ehemaliger Autor von uns empfohlen hatte.

Jenny Lepis: Beziehungsweise also Daniel Hautmann ist das, der hat früher mal für uns geschrieben

Jenny Lepis: und also immer mal wieder für uns.

Jenny Lepis: Und der hat eine Produktionsfirma Honig und Gold und die machen eben auch Podcasts

Jenny Lepis: und haben jetzt einen neuen herausgebracht.

Jenny Lepis: Der heißt Marie Celeste, das Geheimnis des Geisterschiffes.

Jenny Lepis: Und ich finde solche Produktionen immer ganz schön, wo du aufwendig Geschichten

Jenny Lepis: erzählst mit Protagonisten und irgendwo hinreist und so.

Jenny Lepis: Und das haben sie hier ganz vorbildlich gemacht. Der Podcast ist auch beim NDR

Jenny Lepis: veröffentlicht und ist eben noch in Kooperation mit der Fähringstiftung Föhr

Jenny Lepis: beteiligt, damit beteiligt,

Jenny Lepis: weil Marie Celeste, sagt dir das eigentlich was? Nee. Nee, achso, genau.

Jenny Lepis: Ich kannte das tatsächlich aus dem Seeungeheuer Buch meines Sohnes.

Jenny Lepis: Und das ist eben ein Schiff, das 1872 von New York nach Europa starten sollte.

Jenny Lepis: Ist auch gestartet, aber dann irgendwann über dem Atlantik ist irgendwas passiert

Jenny Lepis: und dann wurde das Boot oder das Schiff einen Monat später gefunden, aber ohne Besatzung.

Jenny Lepis: Es schwamm einfach nur herum und man weiß bis heute nicht so richtig,

Jenny Lepis: was damit geschehen ist und versucht das so ein bisschen aufzuschlüsseln.

Jenny Lepis: Und dieser Podcast geht dem halt nach und weil eben auf diesem Schiff auch zwei

Jenny Lepis: Seeleute oder drei aus Föhr beteiligt waren,

Jenny Lepis: gibt es auch diesen Podcast nochmal auf Friesisch als so kleine Reminiscenz sozusagen.

Jenny Lepis: Der Host des Podcasts, Bente Faust heißt der, der kommt eben auch gebürtig von

Jenny Lepis: Föhr und hat da diese Verbindungen zwischen den Menschen,

Jenny Lepis: zwischen den Seeleuten da auf der Insel, auf dem Schiff und auf der Insel hervorgetan.

Jenny Lepis: Und da wird dann halt die Gegenwart mit der Vergangenheit verwoben und man erfährt

Jenny Lepis: sowas über die Inselbewohner und auch über das Leben als Seemann im 19.

Jenny Lepis: Jahrhundert. Bei diesem Geisterschiff-Podcast gibt es eben auch viele Mythen

Jenny Lepis: und Seemannsgarn, aber die Produzenten legen eben Wert darauf,

Jenny Lepis: dass sie sich auf Fakten stützen wollen, auch wenn sich das so hundertprozentig nicht entwirren lässt,

Jenny Lepis: dann stützen sie sich auf fundierte Vermutungen, so haben sie es ausgedrückt.

Andrea Hoferichter: Und wo haben sie die her?

Jenny Lepis: Genau, sie sprechen natürlich mit Experten von Museen und Forscherinnen auch

Jenny Lepis: und haben dann eben auch, es gibt so ein bisschen Fotomaterial von den Leuten,

Jenny Lepis: genau und dann von einem Inselbewohner, der sich da sehr, sehr mit beschäftigt

Jenny Lepis: hat einfach und haben das so gut, wie es eben ging, versucht aufzuklären.

Jenny Lepis: Und genau, da kann man das nochmal schön nachhören.

Jenny Lepis: Es ist ein wirklich unterhaltsamer Podcast mit viel Atmosphäre,

Jenny Lepis: Musik. Teilweise gibt es sogar einen Chor.

Jenny Lepis: Das ist irgendwie so ein opulenter Podcast.

Jenny Lepis: Ich glaube, das trifft es so am besten, dass es eben sehr aufwendig gemacht und produziert wurde.

Andrea Hoferichter: Klingt was nach einem Hörspiel schon.

Jenny Lepis: Ja, genau. Stimmt, ja. Hat auch auf jeden Fall was davon. Und genau,

Jenny Lepis: das Ganze findet ihr bei den ARD Sounds in der Audiothek.

Jenny Lepis: Und wir sind damit auch schon am Ende dieser Folge. Wir hören uns in der nächsten

Jenny Lepis: Woche wieder. Bis dahin, macht es gut. Tschüss.

Andrea Hoferichter: Tschüss.

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